Gemeindebrief April – Juni 2018

Pfingsten   (den Gemeindebrief_II-18 downloaden)

Würde man an den Haderner Stern oder auf den Marienplatz gehen und eine Umfrage nach dem Sinn der großen christlichen Feste machen, welches Ergebnis dürfte man erwarten? Weihnachten, da wird gefeiert, dass Jesus geboren wurde, klar. An Ostern wird die Auferstehung Jesu gefeiert, das wüssten schon weniger. Und Pfingsten? Was feiert man da? Könnten Sie es in wenigen Sätzen sagen?

Pfingsten, ein aus dem Griechischen „pentekosté“ abgeleitetes Wort, bedeutet der 50. Tag.  49 Tage nach Ostern endet damit die Osterzeit. Gefeiert wird Pfingsten als Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Die Rede vom Heiligen Geist ist schwierig. Von der Geburt eines Kindes lässt sich leichter erzählen, selbst ein leeres Grab ist konkret.
Pfingsten bleibt eine Herausforderung für Theologen und Gläubige. Wie soll man denn den christlichen Geist beschreiben, gerade heutzutage, wo so viel vom Geist unserer Zeit die Rede ist, wo man wahrnimmt, dass die Regierung nicht mehr versteht, was die Menschen denken. Es
bilden sich eigene Klüngel, in denen man zusammenkommt, mit anderen vermeidet man die Auseinandersetzung. Ist die Flüchtlingspolitik sinnvoll? Ist der Umgang mit den sozialen Problemen unserer Gesellschaft in den Altenheimen und im Gesundheitswesen angemessen? 45 Deutsche besitzen 50 Prozent des Vermögens in Deutschland, Industrieunternehmen schlagen Formulierungen für Gesetze vor … Mancher zieht sich ins Private zurück, weil er sich nicht mehr sicher fühlt …
Als Pfingstwun der bezeichnet man das, was beim Treffen der Apostel geschah: Die Jünger konnten in allen Sprachen der Welt von Jesus erzählen und verstanden alle. Anders formuliert: Der Geist schenkt allen die Erkenntnis des lebendigen Gottes und vereint die vielen Sprachen im Bekenntnis des einen Glaubens. Es ist ein Fest der Gemeinschaft und des einander Verstehens.
Und wie soll man das feiern? Nun, man lädt ein zum christlichen Glauben, zum Weitererzählen der befreienden Botschaft Jesu und zur Gemeinschaft in den christlichen Gemeinden. Eine lebendige Kirche ist eine Kirche, in der man sich immer wieder neu auf den Weg macht, an die behütende Seite Gottes denkt und so den anderen in einem frohen Miteinander begegnen kann.
Thomas Schmidt

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