Gemeindebrief Juli – Oktober 2016

Gottesdienst – Nachgedacht

Die Taufe ist Gottes Ja zu uns Menschen. Doch worauf begründet sich dieses Ja? Im Römerbrief findet sich eine Spur: Paulus geht davon aus, dass alle Menschen gesündigt haben und dadurch in einem belastenden Zusammenhang von Sünde und Tod stehen. Jesus Christus dagegen ist der einzig Gerechte.

Doch auch wir können von Sünde befreit und Gerechte werden.
Bei Paulus finden wir erklärt, dass wir Menschen durch die Taufe auf den Namen des Herrn Jesus Christus und im Akt des Untertauchens mit hineingenommen werden in das Geschehen seines Todes. Röm 6, 3: „Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?“ Und weiter in Vers 4 „so sind wir also mit ihm zusammen begraben worden“. Was passiert in diesem Tod, in diesem Begrabenwerden? Der Tod macht von der Sünde frei: Ein Toter ist für seine Schuld nicht mehr haftbar zu machen, er ist endgültig frei von ihr. So auch beim Getauften, der mit hineingenommen wird in dieses Geschehen des Todes Jesu: Er ist von der Sünde frei geworden (V.6). Der alte, sündige Mensch wird begraben. In der Taufe ist der Mensch mit Christus verbunden. Aus Christus ist „für mich“ gestorben, wird „mit uns“ gestorben. Er ist
also gestorben, begraben und auferstanden „mit uns“ Menschen. Ist Jesus durch
Gottes Gnade wieder auferweckt worden, so können auch wir darauf hoffen, nein
bauen, dass wir auferweckt werden zu neuem Leben. Der alte Mensch wird begraben
und ein neuer Mensch wird auferweckt.
In der Taufe werden also die Sünden vergeben, sie werden abgewaschen und eine Erneuerung des Seins ist durch den Heiligen Geist möglich. Eberhard Jüngel, evangelischer Theologe, führt an, dass Gott also bereits am Menschen gehandelt und uns dies zugesprochen hat: von ihm her existierende und deshalb ein für allemal anerkannte Personen zu sein!
Die Rechtfertigung legt sich also in der Taufe über den Menschen wie ein Mantel, der ihn vor Gott nicht nackt (sündig) dastehen lässt. Sie gibt Gewissheit, dass Gott uns Menschen anerkennt, und zwar unwiderruflich (Taufe gilt lebenslang), und dass diese Zusage, dieses Ja Gottes durch kein
Geschöpf der Welt aberkennbar ist.  (Kathrin Dreher)

Den gesamten Gemeindebrief_II-16 herunterladen

Kommentare sind für diesen Artikel gesperrt.