Gemeindebrief Januar – März 2018

Das Taizé-Gebet (den Gemeindebrief_I_18 downloaden)

Es ist eine gute, ökumenische Tradition in Hadern: Mehrmals im Jahr laden (monatlich reihum) die katholischen und evangelischen Gemeinden zu einem Taizé-Gebet ein. Musik, Gebete, Gesänge und Schweigen – das sind die Elemente dieser für viele ungewohnten Andachten.

Wer zum ersten Mal an einem solchen Abend teilnimmt, kann sich nur schwer dem Zauber der Klänge, der Stimmen, der vielen Kerzen und bunten Tücher entziehen. Es ist wie ein Sog, es ist Kontemplation, Meditation, inniges Gedenken an Gott.
Gebete und Rituale gehen auf die weltbekannte, ökumenische Gemeinschaft (Communauté) von Taizé zurück. Diese hatte ihre Anfänge 1940, als Frère Roger mit 25 Jahren sein Geburtsland, die Schweiz, verließ und nach Frankreich zog, woher seine Mutter stammte. Jahrelang hatte er an Lungentuberkulose gelitten. Während der langen Krankheit reifte in ihm die Absicht, eine Gemeinschaft ins Leben zu rufen. Er ließ sich im kleinen Dorf Taizé nieder, das unweit der Demarkationslinie lag, die Frankreich damals teilte: ein guter Ort, um Menschen aufzunehmen, die auf der Flucht waren. Im Lauf der Jahre schlossen sich immer mehr junge Männer den ersten Brüdern an.
Heute zählt die Communauté von Taizé an die hundert Brüder, Katholiken und Mitglieder verschiedener evangelischer Kirchen. Sie stammen aus mehr als fünfundzwanzig Ländern. Durch ihr Dasein selbst ist die Communauté ein konkretes Zeichen der Versöhnung unter gespaltenen Christen und getrennten Völkern.
Brüder der Communauté leben als Zeugen des Friedens auch in kleinen Bruderschaften und teilen ihr Leben mit Straßenkindern, Gefangenen, Sterbenden, mit Menschen, die unter zerbrochenen Beziehungen und Verlassenheit leiden.
Mit den Jahren nahm die Zahl der jungen Gäste in Taizé zu; sie kommen von allen fünf Kontinenten, um an den wöchentlichen Jugendtreffen teilzunehmen. Schwestern der Ordensgemeinschaft von St. André, eine über siebenhundert Jahre alte katholische Gemeinschaft, polnische Ursulinen und Vinzentinerinnen haben einen Teil der Aufgaben beim Empfang der Jugendlichen übernommen.
Michael Heinrich

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